© 2018 Eigenheim Manufaktur


Die Geschichte des Holzriegelhauses

Das Holzbauwesen hat seine Wurzeln in der Antike. Die Entwicklungen begleiteten stets die Entwicklungen der Menschheit. Die ersten, uns bekannten, Holzbauten Zentraleuropas gehen auf das Jahr 2500 vor Christus zurück. Genau zu dieser Zeit errichteten die Einwohner dieser Regionen

die ersten Pfahlbauten. Dabei handelt es sich um Häuser, die sich mithilfe langer Pfähle über dem Wasser erhoben und somit für die Sicherheit ihrer Bewohner garantierten.

 

Die Blüte des Holzfachwerkbaues in Mittel- und Westeuropa war im Mittelalter.

 

Die einzelnen Wandelemente sind ein selbstständig tragendes System und werden mit Lehm, Lehmziegel und gebrannten Ziegeln ausgefacht.

 

Der Holzrahmenbau ist eine Weiterentwicklung der Fachwerkbauweise, die anfangs des 19. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten von Amerika stattfand.

Der Holzrahmenbau (auch Holzriegelbau oder Holzständerbauweise) zählt zu den wesentlichen modernen Holzbausystemen.

 

Eine Sonderform des Holzrahmenbaus ist die Holztafelbauweise, bei der die Wand- und Deckenelemente im Werk bereits weitestgehend vorgefertigt sind.

Der Holzrahmenbau zeichnet sich dadurch aus, dass ein Holzgerüst mit senkrechten und waagrechten Stäben die vertikale Tragfunktion übernimmt und die horizontale Aussteifung durch plattenförmige Wandbaustoffe, diagonal aufgebrachte Bretter oder eingelassene Streben erfolgt.

 

Anzutreffen ist diese Bauweise in Mittel- und Nordeuropa, insbesondere Skandinavien, hauptsächlich jedoch in Nordamerika. Dort ist der Holzrahmenbau mit Abstand die vorherrschende Bauweise bei ein- oder zweistöckigen Wohngebäuden.

 

Die Merkmale des (nordamerikanischen) Holzrahmenbaus sind die vorwiegende Verwendung von zweizölligen Bohlen (damals 50 mm, heute 38 mm stark), sowie genagelte, stumpfe Holzanschlüsse anstelle der traditionellen zimmermannsmäßig verzapften oder verplatteten Holzverbindungen.

 

Gefördert wurde diese Neuentwicklung durch das Aufkommen von Sägemühlen mit Dampfmaschinenantrieb. So war man nicht mehr in erster Linie auf einstielige Balken angewiesen, welche mit Breitbeil oder Dechsel aus Rundholz behauen wurden, sondern hatte leicht handhabbare und standardisierte Bohlen ausreichend zur Verfügung. Eine weitere Voraussetzung für den Holzrahmenbau war die damals aufkeimende maschinelle Massenherstellung von Nägeln.

 

Im Vergleich zur althergebrachten Fachwerk- oder Blockbauweise wird weniger Holz benötigt. Die einfache Bauweise erfordert auch keine besondere handwerkliche Ausbildung.

 

Transport und Lagerhaltung des standardisierten Baumaterials ist mit geringem Aufwand durchführbar. Die leichten Konstruktionshölzer erlauben einen schnellen Baufortschritt mit wenigen Arbeitskräften.

 

Da auch die oft langen Frostperioden in Nordamerika den Baufortschritt nicht unterbrachen, entwickelte sich der Holzrahmenbau dort zur vorherrschenden Bauweise. Im Gegensatz zu den engen Dörfern Europas spielte die Brennbarkeit des Baumaterials kaum eine Rolle.

 

In Mitteleuropa ist die Holzrahmenbauweise erst relativ spät mit dem Aufkommen von Fertighäusern in der Form der Holztafelbauweise entwickelt worden, fand aber nie die Verbreitung wie in Nordamerika.

Eine der ersten Einsatzgebiete waren Baracken für temporäre Unterkünfte während der Industrialisierung und des Eisenbahnbaus. Parallel dazu hat sich der Holzrahmenbau auch als handwerkliche Bauweise etabliert.

 

Holzhäuser bieten den Menschen in Erdbeben gefährdeten Regionen eine neue Perspektive für mehr Sicherheit. Die Vorteile liegen in der Struktur des eingesetzten Materials der Holzbauweise – nicht nur im Wohnungsbau, sondern auch beim Bau von öffentlichen und gewerblichen Gebäuden wie Schulen, Kindergärten, Hotels und Industriebauten.

 

Vorteile von Holzhäusern: geringere Masse – höhere Elastizität

 

Das Erdbeben in Bam im Iran oder in L’Aquila in Italien haben gezeigt, dass die traditionelle Bauweise mit massiven Lehm- bzw. Ziegelmauern große Gefahren birgt. Aber auch moderne Bauten aus Stahl und Beton wurden zerstört.

 

Holz zeichnet sich dagegen durch ein besseres Verhältnis von Festigkeit zu Eigengewicht aus als andere Baustoffe. „Ich bin davon überzeugt, dass Holz das beste Baumaterial ist, um den Risiken von Erdbeben zu begegnen“, sagte der stellvertretende iranische Industrieminister Hosseini anlässlich der Eröffnung eines Musterhauses in Holzbauweise in Bam.

 

Die geringere Masse der Holzhäuser erzeugt weniger Trägheitskräfte. Bei Erdbeben stellen neben den vertikalen Beschleunigungen und Rissbildungen an der Erdoberfläche die horizontalen Beschleunigungen die größte Gefahr für Gebäude dar.

Wir verwenden Cookies, um unsere Webseite für Sie möglichst benutzerfreundlich zu gestalten. Wenn Sie fortfahren, nehmen wir an, dass Sie mit der Verwendung von Cookies auf unserer Webseite einverstanden sind. Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen