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Der Weg zu einer guten Nachbarschaft

 

Wer von Ihnen hatte schon einmal einen Nachbarn, der Sie wirklich zur Weißglut getrieben hat? Nachbarschaftsstreitigkeiten sind keine Seltenheit bei österreichischen Gerichten. Egal ob Mietwohnung oder eigenes Haus, man kann sich die Nachbarn leider nicht wirklich aussuchen. Damit Sie aber nicht gleich umziehen müssen, haben wir hier ein paar Tipps für Sie, damit Sie beim nächsten Streitfall auch rechtlich richtig agieren.

Welche Probleme kann es mit dem Nachbarn geben?

  • Rasen mähen oder Hecken schneiden
  • zu laute Musik
  • zu viel Rauch
  • zu hoher Baum
  • Äste, die auf mein Grundstück hängen
  • bellender Hund
  • weinendes Baby

Was sagt das Gesetz?

Grundsätzlich gibt es keine „Faustregel“ die im Gesetz verankert ist, an die man sich halten muss. Aber in bestimmten Fällen hat das Gesetz schon Rechte und Pflichten für den Eigentümer oder den Mieter verfasst. Diese sind grundsätzlich im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB) zu finden.

 

Abgewogen wird aber immer im Einzelfall und wie viel Lärm beispielsweise für diese Umgebung üblich ist. In ländlichen Regionen ist es einfach normal, dass früh morgens der Hahn kräht oder landwirtschaftliche Maschinen Lärm verursachen. In der Stadt zählt wiederum der Baustellenlärm zum Alltag. In vielen Gemeinden gibt es dafür eigene „Verhaltensregeln“ oder zumindest Empfehlungen, an die man sich halten sollte.

 

Was tun, wenn die Äste in mein Grundstück hängen?

Wenn die Äste oder Wurzeln eines Baumes vom Nachbarn auf Ihr Grundstück ragen, dann können Sie diese abschneiden, oder zumindest benutzen. Entscheiden Sie sich für das erstere, muss gewährleistet werden, dass dies ordnungsgemäß vollbracht wird. Wenn Sie also die Äste stutzen wollen, lassen Sie dies von jemanden machen, der sich damit auskennt.

Handelt es sich bei den Ästen um jene eines Apfelbaumes, dann empfehlen wir Ihnen, die Äste weiter wachsen zu lassen, denn Sie haben auf alle Äpfel Ihrer Grundstückseite Anspruch. Lassen Sie es sich doch einfach schmecken.

 

Wenn mich die Gartenzwerge des Nachbarn stören?

Dagegen können Sie leider absolut nichts tun. Die Dekoration des Nachbargartens ist nicht Ihre Angelegenheit. Egal ob Feng-Shui, Gartenzwerge oder Plastikskulpturen, Sie müssen das akzeptieren. Wenn es Ihnen gar nicht gefällt, stellen Sie doch einfach einen Zaun auf.

 

Wie ist das mit dem Zaun?

Wenn Sie einen Zaun, eine Hecke oder eine Mauer auf Ihrer Grenze zum Nachbarn errichten, dann darf Ihr Nachbar die Hälfte (auf seiner Seite) dieser „Grenzerrichtung“ mitbenutzen, muss aber zu dessen Erhaltung beitragen. Er darf sie also erstens nicht zerstören und zweitens muss er dafür sorgen, dass sie möglichst lange hält.

 

Aber auch die Musik des Nachbarn ist wirklich extrem laut!

Sie können nichts dagegen tun, wenn Ihr Nachbar ab und an laut Musik hört. Auch nicht, wenn er selbst musikalisch tätig ist und täglich in einem gewissen Maße übt. Aber das gewisse Maß ist hier ausschlaggebend. Das stundenlange Musizieren darf nicht dazu führen, dass Ihre Ruhe in erheblichen Maße gestört wird. In Mietwohnungen gibt es meistens auch Hausordnungen mit bestimmten Ruhezeiten, an die sich Ihr Nachbar auch halten muss. Vor allem morgen und abends sowie zur Mittagszeit.

 

Und wenn das Baby den ganzen Tag weint?

In diesem Fall sollten Sie sich eventuell Gedanken über das Wohl des Babys machen aber rechtlich kann man aufgrund der Lärmbelästigung nichts machen. Kinder weinen hin und wieder, Kinder spielen und lachen und haben auch Spielzeug, das singt, tanzt usw. Das muss man akzeptieren und sich einfach am Kinderlachen erfreuen.

 

Was kann ich nun gegen meinen Nachbarn tun?

Unser Tipp ist es, Sie suchen erst einmal das persönliche Gespräch mit Ihrem Nachbar. Dabei einigt man sich vielleicht auf einen Kompromiss und man spart sich weiter rechtliche Schritte. Denn diese kosten nicht nur viel Geld, sondern auch noch Energie, die sich meist gar nicht auszahlt. Außerdem lösen diese nur noch mehr Streitigkeiten aus und es wird vielleicht gar nicht besser.

 

Wählt man dennoch den Weg zum Anwalt, weil der Nachbar absolut nicht mit sich reden lässt, dann sollte man aber folgendes vorher berücksichtigen: Würde ein anderer das auch so sehen oder bin ich nur etwas empfindlich? Denn das Gericht entscheidet für einen Durchschnittsmenschen. Fragen Sie also vielleicht zuerst andere Nachbarn. Führen Sie außerdem Tagebuch, wann, wie lange, welcher Störfaktor vorliegt.

 

Aber grundsätzlich gilt, dass ein persönliches Gespräch immer noch der beste Weg ist.

 

Uns interessieren natürlich auch Ihre Probleme. Wenn Sie andere Fälle haben, als die, die wir hier besprochen haben, dann senden Sie uns einfach Ihr Anliegen und vielleicht verfassen wir einen eigenen Beitrag mit Ihrem Problem. Und auch persönliche Meinungen und Erfahrungen zu den genannten Fällen sind in unserer Mailbox gerne willkommen: Einfach an office [at] eigenheim-manufaktur [dot] at oder an s [dot] petutschnig [at] eigenheim-manufaktur [dot] at senden oder auf Facebook kommentieren.

 

Wir wünschen Ihnen weiterhin (oder ab jetzt) friedliche Nachbarn.

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